"Gut aufgestellt" - Die natürlich Ordnung - der richtige Platz

Haben Sie selbst das Gefühl am richtigen Platz zu sein? Sind die Menschen mit denen Sie arbeiten am Richtigen?


Die Welt, auch unsere Arbeitswelt, besteht aus ineinander greifenden Systemen, sich gegenseitig beeinflussenden Elementen (Unternehmensleitung, Mitarbeiter, Kunden, usw.).

 

Jedes System hat ein grundlegendes Eigeninteresse - sein Überleben und Wohlergehen. Um das zu erreichen und zu gewährleisten, bemühen sich seine Elemente um Gleichgewicht und bewegt sich dann und wann. Dieses Gleichgewicht gerät aber manchmal, aus den unterschiedlichsten Gründen, aus dem Lot und führt dazu, dass die einzelnen Mitglieder beginnen zu balancieren und um das Gleichgewicht wieder herzustellen, nach einem neuen Platz zu suchen.

 

Platzwahl

Manchmal nehmen andere, oder auch wir selbst, einen Platz ein, der nicht zu uns passt. Nicht selten kippt dann weit mehr als die Stimmung. Die Bewegung des Einen zieht dann oft die Bewegung eines Anderen nach sich und so entsteht manchmal ein scheinbar unvorhersehbares Auf und Ab - Unordnung. Wer gar keine Freiheit hat sich zu bewegen, dem schlafen die Beine ein. Wer nur noch rotiert, dem wird schwindelig, oder kommt zumindest ganz schön ins Schwitzen.


"Gut Aufgestellt"
Gut aufgestellt ist man selbst und die Unternehmung, wenn es die richtige Ordnung hergestellt ist. Die Redewendung " gut aufgestellt sein"  hat zwar erst einmal nichts mit systemischer Aufstellungsarbeit zu tun, verdeutlicht aber, worum es bei dieser Arbeit geht. Nämlich darum, für alle Beteiligten Platz zu finden, an dem sie gut stehen (und zwar bildlich), an dem es ihnen gut geht. Dies kann durchaus bedeuten, dass einzelne Personen das System verlassen oder neue hinzukommen. Ein guter Platz ist einer, der auch den eigenen Fähigkeiten entspricht und somit angemessenen ist. Gemeinsam sollte allen Beteiligten das Erreichen der gemeinsamen Ziele und somit letztlich, das Überleben der gemeinsamen Lebenswelt, des Unternehmens sein. Ein Chef der seinen Platz nicht wirklich einnimmt, führt ebenso zur Unruhe in diesem System, wie ein Mitarbeiter der sich mehr Raum nimmt, als ihm von seiner Position her zusteht. Auch Geschäftbereiche, Abteilungen oder sogar Produkte die nicht angemessen beachtet werden können das System in ein entscheidendes Ungleichgewicht bringen. Bei Aufstellungsarbeit geht es also vor allem darum, den Elementen zu ihrem richtigen Platz zu verhelfen und somit um die Herstellung von Ordnung.


Was lässt sich ordnen?
Aufstellungen eignen sich konkrete Anliegen und die daraus resultierenden Fragen zu klären.


Beispiele für persönliche Anliegen:


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Was kann ich zur Klärung eines Konfliktes beitragen?
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Klärung von Beziehungsverhältnissen
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Blockaden erkennen und lösen
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Ziele klären und erreichen
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Gesprächs- und Verhandlungsvorbereitungen
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Bin ich im Unternehmen, in meiner Position am richtigen Platz?


Beispiele für unternehmerische Anliegen und Fragen:


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Schärfung systemischer Wahrnehmung
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Analyse und Gestaltung von Veränderungsprozessen
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Strategieentwicklung
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Personalfragen, wie etwa Nachfolgeregelungen
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Geschäftbereiche integrieren oder optimieren
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Kriseninterventionen
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Verbesserung des Betriebsklimas
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Fusionsvorbereitungen
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Standortfragen
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Welche Veränderungsprozesse sind sinnvoll und für alle tragbar?

Der Ablauf einer Aufstellung
Aufstellungsarbeit ist Prozessarbeit und hat mehrere Phasen. Jede davon ihre eigene Dynamik. So variiert der Ablauf immer durch die Art des Anliegens und Ziels, sowie durch den sich individuell entwickelnden Prozess. Ebenso ist eine Aufstellung auch immer von unterschiedlicher Dauer. Ein Lösungsbild kann sich sehr viel schneller, als von den Beteiligten erwartet zeigen, aber auch durch innerhalb des Prozesses Auftauchendes intensive Prozessarbeit erfordern. Wie im Leben entscheidet das gewünschte Ergebnis, wann der Prozess beendet ist.


Teilnehmer
Bei den Teilnehmern unterscheidet man zwischen dem Klienten (dem Auftraggeber), den Repräsentanten, eventuellen weiteren Beobachtern und dem Aufstellungsleiter (im Folgenden "AL" genannt). Der Klient nimmt mit einem eigenen Anliegen teil, das Gegenstand der Aufstellung ist. Die Stellvertreter, sind bevorzugt neutrale Personen die sich zur Repräsentanz einzelner Elemente des Systems zur Verfügung stellen. Die Arbeit mit Repräsentanten hat den Vorteil, dass persönliche Erfahrungen die mit dem System gemacht wurden keinen Einfluss nehmen können und so einer neuer, unvoreinge-nommener Blick unterstützt wird. Manchmal besteht der Wunsch, dass auch andere Personen des Systems als Beobachter teilnehmen. In diesen Fällen sollte aber Interessengleichheit vorliegen und die Personen sollten nach Möglichkeit aus der gleichen Hierarchieebene kommen, um den geschützten Rahmen der und um ein freies Sich-Einlassen zu gewährleisten. Eine Aufstellung kann nicht verschrieben werden: "guck dir das mal an", sondern sollte immer freiwillig genutzt werden.


Klärung des Anliegens
In einem Vorgespräch wird zunächst das genaue Ziel des Klienten geklärt. Dies kann, je nach Situation und Anliegen, innerhalb der Gruppe, aber auch in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem AL erfolgen. Es hat sich gezeigt, dass es für das Ergebnis einer Aufstellung nicht entscheidend ist, ob der Kreis der Repräsentanten Informationen über das Anliegen oder System des Klienten hat.


Informationen über das System
Vor Beginn werden außerdem Informationen über das System des Klienten gesammelt, die für das Anliegen von Bedeutung sein können. Bei beruflichen Anliegen sind hier Informationen über die Hierarchiestrukturen des Systems, sowie über die Dauer der Zugehörigkeit einzelner Mitglieder und besondere Ereignisse, wie plötzliche Kündigungen, Vorgänger, Fusionen, Besitzerwechsel von Bedeutung.


Auswahl der Repräsentanten
Auf der Grundlage des Anliegens und der vorhandenen Informationen schlägt der AL vor, welche Repräsentanten zu Beginn in das Bild geholt werden. Diese werden dann vom Klienten selbst ausgewählt. Im Verlauf der Aufstellung können unter Umständen vom AL weitere dazugebeten werden.

Das Aufstellen der Repräsentanten
Häufig erfolgt das Aufstellen durch den Klienten selbst. Dieser führt die von ihm gewählten Repräsentanten an einen Platz im Raum. Hier gibt es kein richtiges, oder falsches Aufstellen, sondern zunächst nur das innere Bild des Klienten. Danach setzt sich der Klient an einen Platz, von dem aus er das so entstandene Raumbild, wie auch den weiteren Verlauf gut beobachten kann.


Entwicklung von Lösungsbildern
Oft zeigen sich schon unmittelbar nach dem Aufstellen erste Reaktionen der Repräsentanten. Wer sich an seinem Platz wohl fühlt und wen es vielleicht sogar an einen ganz anderen Platz drängt. Der AL befragt die Einzelnen der Reihe nach und erhält so aufgrund seiner Erfahrung und seiner Impulse einen ersten Eindruck und Ideen für den nun folgenden Prozess. Die Entwicklung eines Lösungsbildes erfolgt zum Teil durch die Eigendynamik des Systembildes, aber auch durch Vorschläge des ALs. Solche Vorschläge können das Ausprobieren von Positionswechseln sein, aber auch das Sprechen von Sätzen die zur Klärung der Beziehung zwischen den einzelnen Elementen des Systems beitragen können. Die Repräsentanten spüren intuitiv, ob die Vorschläge des ALs für sie passend sind und entscheiden frei, wie weit sie den Vorschlägen folgen können und möchten.


Abschlussbild einer Aufstellung
Eine Aufstellung ist im Idealfall dann beendet, wenn alle Beteiligten ein Platz gefunden haben, an dem sie sich wohl fühlen. Zumeist wird spätestens dann der Klient anstelle des Repräsentanten an seinen Platz im System geholt. Dies erleichtert es ihm ein eigenes Gefühl für de sich zeigende Lösung zu entwickeln und nicht nur von Außen, sondern aus seiner Position dort die positiven Veränderungen spüren zu können.


Auflösung des Bildes
Nachdem der Klient sich die Zeit genommen hat das Bild von außen und Innen aufnehmen, kann das Raumbild aufgelöst werden. Der Klient verabschiedet persönlich die Repräsentanten aus Ihren Rollen. Im Bedarffall werden noch Dinge, die sich innerhalb der Aufstellung gezeigt haben besprochen. Idealer Weise lässt man das Bild aber so weit wie möglich für sich selbst wirken. Ob der Klient die möglichen Wege und Lösungen, die sich innerhalb der Aufstellung gezeigt haben auch beschreiten möchte, bleibt natürlich ihm überlassen. Bei später auftauchenden Fragen zur Aufstellung ist eine Nachbetreuung durch den AL ist jederzeit möglich.


Raumbilder wirken
Oft entfalten die erlebten Bilder aber auch ohne weitere Interventionen ihre Wirkung. Man kann das Erlebte mit der wohltuenden und kraftspendenden Wirkung eines beobachteten Naturschauspiels vergleichen. Die meisten haben sicher schon einmal erlebt, dass solche Momente auf eine Vielzahl von Worten überaus empfindlich reagieren. Klares Wasser wird nicht noch klarer, indem wir darin

herumrühren.


"Je länger wir Wasser ruhen lassen,

desto tiefer gelangt unser Blick,

um so größer können unsere Einsichten werden."

Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unserem Kalender.